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Kult-Diskothek wird verkauft


Kurz nach der Jahrtausendwende ging sie in Betrieb und wurde ein Riesenerfolg: Die Großraum-Diskothek Rheinwerk schrieb Geschichte in Duisburg-Rheinhausen. Jetzt steht sie zum Verkauf.

Zu Tausenden strömten sie in die historische Wagenhalle, die 2001 mit EU-Mitteln komplett saniert als Großraum-Diskothek wiederbelebt wurde. Es war die hohe Zeit der Großraum-Diskotheken: Eine „coole Location, extreme Lichteffekte und schon geht die Post ab“, beschreibt Udo Möwius, einstiger Betreiber der Diskothek, die Erfolgsgeschichte des Rheinwerks.

Der Erfolg ist vorprogrammiert. Nur anderthalb Kilometer vom nächsten Autobahnanschluss entfernt, ist die Welt zu Gast in Duisburg-Rheinhausen. In weniger als einer halben Autostunde erreichen die Gäste aus mehr als 17 Städten den Tanztempel. Die herbe Industrieromantik, verbunden mit modernster Lichttechnik und angesagter Musik, ist ein Publikumsmagnet. Selbst, als Möwius die Diskothek abgibt und daraus der Alpha-Park wird, bleiben die Gäste dem ungewöhnlichen Ort gewogen. „Hier im Ruhrgebiet bleiben dir die Menschen treu, selbst, wenn sich mal ein Name ändert“, weiß Möwius.

Inzwischen ist die Musik in der Diskothek verstimmt; Vandalen und Diebe haben die Halle heimgesucht. Die Zeit der Großraum-Diskotheken, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist vorbei. Übrig bleibt eine Immobilie, die ihresgleichen an Originalität sucht und an Nutzungsmöglichkeiten kaum zu überbieten ist. Von einer neuen Diskothek über Systemgastronomie bis hin zu einem Kreativzentrum oder einem Technologiebetrieb ist jede neue Nutzung denkbar. „Der Standortvorteil ist enorm“, begeistert sich Jolanta Fehr, zuständige Maklerin für das Objekt: „Die Halle steht sozusagen im Zentrum des Einzugsgebietes von mehr als einer Million Menschen.“ Einfallsreichtum und Phantasie sind ihrer Ansicht nach jetzt gefragt, um zu verhindern, dass die Geschichte des Rheinwerks vorzeitig endet.

Obwohl der Lokschuppen nicht unter Denkmalschutz steht, hat er doch seine historische Bedeutung als Bestandteil von Europas ehemals größtem Rangierbahnhof, der inzwischen durch den „Logport“ in Duisburg-Rheinhausen abgelöst worden ist. Dank der Kernsanierung verfügt die Halle gleichzeitig über moderne Installationen und kann mit recht geringen Mitteln wieder in Betrieb genommen werden. Die Verbindung zwischen Moderne und historischem Bau wird wohl nicht nur Diskothekenbesucher in ihren Bann ziehen.

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