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Deutscher Wellness Gipfel: Das Umdenken hat begonnen 


Der internationale Wellnessmarkt steht vor einer Neuausrichtung. Dr. Don Ardell erhält den erstmals vergebenen Lifetime 
Achievement Award für sein Lebenswerk.  Am  22.  und  23.  August  fand  in Düsseldorf  zum  20jährigen Jubiläum des Deutschen Wellness Verbands der erste Deutsche Wellness Gipfel  statt.  Knapp  200  Teilnehmer aus  Deutschland, Österreich,  der  Schweiz,  Spanien,  den  Niederlanden  und  den  USA folgten  der  Einladung  und  erlebten  eine  in  mehrfacher  Hinsicht  außergewöhnliche 
Veranstaltung. 
Drei Workshops, acht Referate, zwei Diskussionsrunden und die erstmalige Verleihung 
des Lifetime Achievement Awards „A  life of wellness“ – nicht gerade ein kleines Pro‐
gramm  für eineinhalb Tage. Dazu reichlich Gelegenheit zum Networking und eine be‐
gleitende  Ausstellung,  auf  der  den  Konferenzteilnehmern  Dienstleistungen  und  Pro‐
duktneuheiten  für das Spa‐ und Wellness‐Business präsentiert wurden. Das Hotel  In‐
terContinental  an der Düsseldorfer Königsallee bot dazu den passenden Rahmen  für 
ein reich gefülltes, hochkarätiges Event.  

Innovationen für Kosmetik, Bewegung und Management  
Den  Auftakt machten  drei mehrstündige Workshops  von  Dermalogica,  gym  80  und 
Deutschem Wellness  Verband.  Das  aus  den  USA  stammende  Kosmetikinternehmen 
Dermalogica präsentierte sich mit seinen individualisierten Behandlungskonzepten und 
einem  besonders  erfolgreichen  Marketingansatz  mit  den  Schlüsselelementen  Face 
Mapping und Skin Bar. Hotelmitglieder des Deutschen Wellness Verbands zeigten sich 
schon vor der Veranstaltung beeindruckt von der Umsatzentwicklung, die sich aus der 
Zusammenarbeit mit Dermalogica erzielen  ließe. Gym80, eines der bekanntesten Un‐
ternehmen unter den Herstellern hochwertiger Fitnessgeräte, stellte sein  innovatives 
Raum‐ und Bewegungskonzept BodySense  vor. Marketingleiter Mathias  Schilling war 
sichtlich überrascht von der großen Resonanz des Konferenzpublikums: „Wir konnten 
mit unserem Workshop mehr Teilnehmer erreichen als wir jemals erwartet hatten.“  
Zu einem Spa‐Manager Roundtable hatte der Deutsche Wellness Verband  (DWV) ein‐
geladen und auch dieser Workshop erfreute  sich eines enormen Zuspruchs, was den 
Bedarf an  fachlichem Austausch und den Wunsch nach Klarheit  in Qualitätsfragen er‐
kennen  ließ. Hier ging es um den  Start einer neuen  Fachgruppe  für  Spa‐Manager  im 
DWV mit dem Ziel, ein verbindliches Qualifikationsprofil für diese Berufsgruppe zu de‐
finieren und dieses zur Grundlage eines vom Verband vergebenen Titels zu machen. Es 
wurde  leidenschaftlich und mit teils kontroversen Positionen diskutiert, wobei am En‐
de nur eine wesentliche Frage offen blieb: Wie umfassend sollten die fachpraktischen Kompetenzen von Spa‐Managern sein, um zu einer Prüfung beim DWV zugelassen zu 
werden? Die neue DWV‐Fachgruppe Spa‐Management wird dies  in den nächsten Wo‐
chen entscheiden.  

Networking mit alten Bekannten und neuen Partnern 
Der Vorabend der Konferenz stand ganz im Zeichen des Networkings. Das lockere Get 
together  in  fast  schon  familiärer  Atmosphäre  nutzten  viele  der  Veranstaltungsgäste, 
um sich ohne Zeitdruck auszutauschen und besser kennen zu lernen. Schon an diesem 
Abend wurde die besondere Stimmung des Deutschen Wellness Gipfels deutlich spür‐
bar. „Das Beisammensein  in dieser ungezwungenen, angenehmen Atmosphäre zeigte, 
wie  der Wellnessgedanke  die Menschen  freundlich  und  empathisch macht“,  so  die 
Eindrücke der Teilnehmerin Rosi Zierler‐Schmitt. Auch Dietrich Blank, Chef des  Inter‐
netportals Wellnessfinder, zeigte sich zufrieden: „ Für mich war der Deutsche Wellness 
Gipfel ein Ort des Netzwerkens und des Informationsaustausches in einer angenehmen 
und  entspannten, fachlich  hochwertigen  Atmosphäre.“  Diesen  Eindruck  teilten  wohl 
die meisten der Gäste, die an diesem Abend und auch am folgenden Konferenztag da‐
bei waren. Ausschlaggebend  für das auffallend hohe soziale Wohlbefinden war sicher 
nicht nur der geschaffene Rahmen, sondern vor allem auch die Mentalität und das Ni‐
veau  der Gäste  und Veranstaltungspartner.  Ein Aussteller  brachte  es  auf  den  Punkt: 
„Die Teilnehmerliste  liest  sich wie das Who  is Who der Wellnessbranche.“ So gab es 
auch für die Newcomer unter den Gästen viele Gelegenheiten, die Großen und Erfolg‐
reichen einmal ganz nah zu erleben und im persönlichen Kontakt kennen zu lernen.  

Die Wellness‐Story 
Den Hauptkonferenztag eröffneten Prof. Dr. Jim Miller von der österreichischen Hoch‐
schule  Joanneum und der Vorsitzende des DWV,  Lutz Hertel, mit einem  spannenden 
Bogen  vom Anfang der Wellnessbewegung bis  zu  ihrer  viel  versprechenden  Zukunft. 
Der Historiker Miller erklärte die Entstehung von Wellness  in der amerikanischen Ge‐
schichte und bereinigte dabei zahlreiche Fehlwahrnehmungen, die bis heute kursieren. 
Anders als  in Deutschland wurde Wellness  in den USA nicht als Freizeitkonzept popu‐
lär,  sondern  als  erfolgreiches  Instrument  zur  Dämpfung  von  Krankheitskosten  durch 
öffentliche und private Unternehmen. Miller verdeutlichte, dass der Wellnessgedanke 
historisch  auf  dem  politischen  Boden  des  Liberalismus  und  der  Selbstverantwortung 
für das Leben, die Gesundheit und das Glück beruhe. Der Begriff Wellness sei keines‐
falls  ein  aus well‐being und  fit‐ness  zusammen  gesetztes Kunstwort.  Er  existiere  seit 
mehreren hundert  Jahren, wurde aber durch das Konzept  „High  Level Wellness“ des 
Präventivmediziners Halbert  L. Dunn  seit  den  60er  Jahren  zunächst  in  den USA  sehr 
populär und später auch darüber hinaus. Insbesondere Dr. Don Ardell sei es zu verdan‐
ken, dass eine  internationale Wellnessbewegung  in Gang gesetzt wurde, die sich aus‐
gehend von den USA schließlich weltweit verbreitete. Heute interagierten die wichtigs‐
ten Wellnessorganisationen der Welt per Internet auf der Plattform ID Wellness.  
Lutz  Hertel  fokussierte  sich  in  seinem  anschließenden  Vortrag  auf  die Wellnessent‐
wicklung  in Deutschland.  Er  verdeutlichte, wie Wellness  als  Konsumgut  zum  Spiegel 
einer nationalen Verschiebung von Charakterzügen, Bedürfnissen und Lebensstilen  in 
der deutschen Bevölkerung wurde.  Inzwischen würden 43% der Deutschen Wellness 
als  einen  wichtigen  Aspekt  in  ihrem  Leben  betrachten  (Wellness  Sensor  2009),  ein 
Wert, den Hertel bereits an sich als revolutionär bezeichnete. Der Wellnessmarkt sei in 
den  letzten  10  Jahren  auf mehr  als  70 Mrd.  Euro  Jahresumsatz  angewachsen. Diese 
Zahlen  könnten  jedoch nicht darüber hinweg  täuschen, dass das Wellnessniveau der 
meisten  Deutschen  insgesamt  nur  sehr  bescheiden  sei  und  ein  gewaltiges  Potenzial noch brach liege. Um als Kompensation für einen belastenden Lebensalltag zu taugen, 
müssten  andere  Angebote  als  nur Massagen,  Kosmetikbehandlungen  oder  Bäder  in 
das Programm der Anbieter aufgenommen werden. Hertel erinnerte an den Informati‐
onsexperten Nefiodow, der schon Anfang der 90er Jahre die Prognose vertrat, dass der 
nächste große Wirtschaftszyklus durch Innovationen zur Schaffung von Gesundheit an‐
getrieben werden würde. Dabei ginge es laut Nefiodow in erster Linie um psychosozia‐
le Gesundheit und Kompetenz. Diese Kompetenz für Glück und Lebensqualität, so Her‐
tel, würde jedoch nicht passiv empfangen, sondern resultiere aus produktiver und kre‐
ativer Anstrengung. Die eigentliche Wellnessrevolution,  in deren Folge auch die  Spa‐ 
und Wellnessindustrie ein Vielfaches des heutigen Marktes erschließen könnte, stünde 
deshalb laut Hertel erst noch bevor.  

Profitcenter Wellnesstourismus 
Einer  der  europäischen  Top‐Experten  für  Tourismus,  der  österreichische  Berater  Dr. 
Manfred Kohl, zog eine von Kompetenz und Erfahrung geprägte Bilanz der konzeptio‐
nellen  und  wirtschaftlichen  Entwicklung  des  Wellnesstourismus  in  Österreich  und 
Deutschland. Mit erheblicher Skepsis stellte er fest, dass von den rund 2.000 4‐ und 5‐
Sterne‐Hotels Österreichs knapp 1.000 im Relax‐Guide aufgeführt wären. „Jedes zweite 
Hotel  ein Wellnesshotel?“  Für  Kohl  hat  nach  15  Jahren Wachstum  bereits  2005  die 
Phase der notwendigen Differenzierung in diesem Markt begonnen. Es seien zahlreiche 
gravierende  Fehler  begangen  worden,  wie  etwa  die  Konzentration  auf  Hardware‐
Schlachten,  die  Vernachlässigung  einer  durchgängigen  Wellnessphilosophie  in  allen 
Abteilung des Hotels oder die Ausblendung der eigentlichen, ursprünglichen  Idee von 
Wellness. Kohl  ließ die Konferenzteilnehmer mit  seiner  kritischen Analyse  aber nicht 
im Regen stehen sondern erläuterte sieben Leitsätze  für eine erfolgreiche Zukunft  im 
Wellnesstourismus:  Scharfes  Profil  (man müsste  einem  potenziellen Wellnessgast  in 
maximal 7 Sekunden von der für die Tätigung einer Buchung entscheidenden Einzigar‐
tigkeit  überzeugen),  Fokussierung  auf  „Lebensstil‐Wellness“ mit  Alltagstransfer,  Bet‐
tenauslastung  ist  wichtiger  als  der  Profit  im  Spa, Mittelklasse‐Wellness  ist  stark  im 
Kommen, Green Wellness  (Öko, Natur, Nachhaltigkeit) wird wachsen,   immateriellen 
Luxusgütern gehört die Zukunft („Care & Flow“: Zuwendung, Ruhe, Zeit, Raum. Sicher‐
heit) und die Grenze zwischen Spa‐ und Wellnesseinrichtungen einerseits und Medizin‐ 
und Gesundheitseinrichtungen andererseits wird durchlässig. 

Erfolgreiche Frauen im Wellness‐ und Spa‐Business 
Zumindest  für  den  deutschsprachigen  Raum  gilt: Ohne  Frauen  keine Wellnessbewe‐
gung.  Sie  sind  bislang  nicht  nur  die Wegbereiter  und wichtigsten Umsatzbringer  auf 
Kundenseite,  sie haben  auch  als Unternehmerinnen und Powerfrauen eindrucksvolle 
Akzente auf der Anbieterseite gesetzt und bewiesen, dass Frauen gerade  im Spa‐ und 
Wellness‐Business Karriere machen können. Eine repräsentative Auswahl von Persön‐
lichkeiten präsentierte Sylvia Dinter,  langjährige Beraterin  in der Fitness‐ und Freizeit‐
branche und Spezialistin für Networking unter Karrierefrauen, in einer Podiumsdiskus‐
sion. Hildegard Dorn‐Petersen, gefragte Expertin für Wellness‐Consulting in der Hotel‐
lerie,  bestätigte,  dass  Hotelgesellschaften  die  Position  des  General Managers  klassi‐
scher Weise immer noch am liebsten durch Männer besetzten, dass aber in letzter Zeit 
eine Tendenz erkennbar wäre, auch bewusst Frauen für das Top‐Management zu rek‐
rutieren. Rosalinde Freund,  Inhaberin des Wellnesshotels Freund, braucht sich einem 
solchen Wettbewerb nicht zu stellen.  In harmonischer Arbeitsteilung mit  ihrem Mann 
Hubertus Trageser  leitet  sie  in dritter Generation das Familienunternehmen und  lebt 
die Wellnessphilosophie  sowohl  in  ihrer  Führungsrolle,  als  auch  gegenüber den Gäs‐ten. Wie sie leisten heute viele Unternehmerinnen mit Herz und Verstand Führungsar‐
beit  im Wellness‐Business. Angelika Baur‐Schermbach, Inhaberin des mehrfach ausge‐
zeichneten Face & Body Day Spas in München, konnte für den Bereich des Spa‐Mana‐
gements keinen entscheidenden Vorsprung von Frauen gegenüber Männern oder um‐
gekehrt ausmachen. Im Spa‐Business könne heute jeder sehr erfolgreich sein, wenn er 
bzw. sie das Handwerk gut beherrsche, egal ob Mann oder Frau.  
Elke  Diefenbach‐Althoff,  die mit  ihrem  eigenen  Unternehmen  die  Spa‐  und  Beauty‐
Abteilungen der renommierten Althoff‐Hotels operativ führt, verkörperte überzeugend 
und sympathisch die selbstbewusste Frau, die an der Seite eines starken Mannes ihren 
eigenen  Karriereweg  geht.  Erst mit  dem  Aufbau  ihres  selbständigen  Betriebs  sei  die 
Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann spürbar einfacher und besser geworden, wusste 
sie  zu berichten. Den Männern  als Kunden  im  Spa bescheinigte  sie  einen deutlichen 
Zuwachs  an  fachlicher  Kompetenz  und  eigenen  Vorstellungen  in  Bezug  auf  Behand‐
lungsoptionen.  Diskussionsteilnehmerin  Daniela  Lindner,  Mitglied  der  Geschäftsfüh‐
rung  in der Börlind‐Group,  kam  zusammen mit  ihrer  kleinen Tochter  zum Deutschen 
Wellness Gipfel. Ein Auftritt, der schon ohne weitere Worte demonstrierte, dass Frau‐
en sowohl als Familien‐,  wie auch als Unternehmens‐Managerinnen  imponieren kön‐
nen. „Eine Frau muss wählen können ‐ und zwar nicht zwischen Verpflichtungen, son‐
dern zwischen Angeboten“, so das verbluffende Statement von Frau Lindner.  
Franka Hänig (redspa media), die ihre Karriere als Kosmetikerin begann, dann Kommu‐
nikations‐ und Medienwissenschaften studierte und in eine leitende Position eines be‐
kannten Kosmetikfachverlags aufstieg, bevor sie 2007 ihr eigenes Verlagsunternehmen 
gründete, bestätigte nochmals, dass  für den Erfolg  im Beruf weniger das Geschlecht, 
als die Persönlichkeit und die Leistung ausschlaggebend seien. „Immer an sich glauben 
und  überzeugt  von  sich  sein!“,  so  das Motto  der  sympathischen  Verlagschefin  und 
zugleich Empfehlung an alle Frauen, die in der Spa‐ und Wellnessbranche Karriere ma‐
chen wollen. 

„A life of wellness“ 
Der  vom DWV  erstmals  vergebene  Lifetime  Achievement  Award,  eine  Auszeichnung 
für  eine  herausragende  Persönlichkeit  der  Wellnessbewegung  und  ihr  Lebenswerk, 
ging an Dr. Don Ardell aus den USA. Die  lebende Wellnesslegende nahm den schwer‐
gewichtigen Preis mit Stolz und sichtlicher Freude entgegen. Prof. Miller zeichnete  in 
seiner  Laudatio den  Lebens‐ und  Schaffensweg des Wellnessprotagonisten nach, der 
als Pilot und  Städteplaner begann, bevor er  sich den Gesundheitswissenschaften  zu‐
wandte.  Schon 1977 war Ardell´s erster Bestseller  „High  Level Wellness“ erschienen, 
auch  in Deutschland, wo das Buch zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch keinerlei 
Beachtung fand. Es folgten zahlreiche weitere Bücher und 1984 der seitdem durchge‐
hend herausgegebene Ardell Wellness Report mit 74 Druckausgaben und  inzwischen 
546 Online‐Ausgaben. Ardell transportierte das Wellnesskonzept aber nicht nur medi‐
al, sondern durch Vortragsreisen  in viele Länder der Welt. Anlässlich des DWV‐Jubilä‐
ums  verfasste Ardell  ein  Booklet  über REAL Wellness,  das  allen  Konferenzbesuchern 
zusammen mit  einer Musik‐CD  als  Geschenk  überreicht wurde.  Eindrucksvoll waren 
auch die Hintergrundinformationen des Laudators über Ardell´s Begeisterung  für den 
Sport.  Bereits  1991 wurde  er  von  Arnold  Schwarzenegger mit  dem Healthy America 
Fitness Leaders Award ausgezeichnet. Ardell entwickelte sich über die Jahre zu einem 
Weltklasse‐Triathleten, der 2009 mit 70  Jahren noch die Triathlon‐Weltmeisterschaf‐
ten (in seiner Alterklasse) gewann.  Am 11. September startet Ardell erneut für die USA 
bei den diesjährigen Triathlon‐Weltmeisterschaften in Ungarn.  
Ein neuer Markt für die Spa‐Industrie 
In  seinem Vortrag erläuterte Ardell das von  ihm entwickelte REAL Wellness Konzept, 
das nach seiner Auffassung  in voller Übereinstimmung mit den aktuellen Forschungs‐
ergebnissen des auf dem kürzlich beim Global Spa Summit in Istanbul präsentierten SRI 
Wellness  Report  stünde.  Diese  Studie  bezifferte  den  weltweiten  Jahresumsatz  im 
Wellnessmarkt  auf  1,9  Billionen US‐Dollar.  Dabei wurde  zwischen  reaktiven  (auf  die 
Lösung von Problemen ausgerichteten) und proaktiven Angeboten (zur Steigerung der 
Lebensqualität)  unterschieden.  Ardell  betonte,  dass  Spas  im  REAL Wellness  Konzept 
eine  ideale Basis  für neue, proaktive Angebote  fänden, von denen es  insgesamt noch 
zu wenige gäbe. Bei REAL Wellness ginge es darum, Gästen und Kunden in diesem Sin‐
ne Erfahrungen zu ermöglichen, die wirklich bedeutsam für das eigene Leben seien. Als 
einen  Aspekt  nannte  er  die  Vermittlung  der  bewussten  Erfahrung  von  Alltagsglück, 
welche die Wahrnehmung der Lebensqualität spürbar positiv verändern könne. Ardell 
betonte die Faktoren Spaß, Freude, Humor und Spiel im Rahmen der Spa‐Menüs sowie 
die Einbeziehung mentaler Erlebnisse, die Menschen aus ihrer deprimierenden Norma‐
lität herausführen könnten. REAL Wellness beinhalte rationales und kritisches Denken, 
Enthusiasmus  und  überschwängliche  Lebensfreude,  Athletik  im  Sinne  einer  entspre‐
chenden Lebensführung sowie eine  liberale Geisteshaltung der Welt und der Lebens‐
gestaltung  gegenüber.  Ein  solches  Verständnis  von Wellness würde  im  Vergleich  zu 
den typischen Spa‐/Wellnessanwendungen ganz neue Angebotsformen und auch Ziel‐
gruppen  erschließen.  Ardell  versicherte  dem  Publikum,  dass  die Wellnessbewegung 
nicht weiter als in ihrem Anfangsstadium sei und eine große Zukunft noch vor ihr liege. 

Neue Sichtweisen, neue Perspektiven 
In Anknüpfung an die von Ardell aufgezeigte Neuausrichtung des Wellnessmarktes ga‐
ben zwei ungewöhnliche Referenten Einblick  in  ihre Ansichten und Erkenntnisse über 
Wellness und damit dem Publikum die Möglichkeit, alternative, neue Sichtweisen ken‐
nen  zu  lernen  und  dadurch  ihren  Horizont  für  Entwicklungspotenziale  der  Spa‐  und 
Wellnessbranche  zu  erweitern.  Jürgen Woldt  (do  it Wellnessakademie)  erklärte  den 
Zusammenhang zwischen Fitness und Wellness. Seine Antwort überraschte das Audi‐
torium: Die Liebe. „Die Liebe zur Bewegung, die keine Verzweckung und keine Bedin‐
gung kennt“,  so Woldt. Als Bewegungsforscher hätte er erkannt, dass es eine unmit‐
telbare Verbindung zwischen der Muskulatur und dem aktuellen Gefühlszustand gäbe. 
Dabei sei der Körper für die Gefühle zuständig und über ihn würden sich auch alle Be‐
findlichkeitsaspekte  regulieren  lassen.  So wie  sich Gefühle  im  körperlich‐muskulären 
Ausdruck  äußerten,  könnten  umgekehrt  gezielte  Veränderungen  im  körperlich‐
muskulären Bereich Gefühle beeinflussen. Mit dieser Erkenntnis ließen sich ganz neue 
Möglichkeiten für die  Integration von körperlicher Aktivität  in das klassische Spa‐ und 
Wellness‐Angebot  entwickeln.  Eine  räumliche Umgebung, die  solche Prozesse  unter‐
stütze, sei die von Woldt initiierte BodySense Rauminstallation, bei der Bilder, Farben, 
Licht, Klang, Duft, Sprache und Bewegung entsprechend seiner Erkenntnisse von Archi‐
tekten zu einem räumlich erfahrbaren Konzept umgesetzt worden wären.  
Der  Benediktiner‐Mönch  und  Zen‐Meister Willigis  Jäger,  der  zu  den  bedeutendsten 
Weisheitslehrern  im  deutschsprachigen  Raum  gehört,  vermittelte  in  einer  eindringli‐
chen Rede seine Auffassung, dass Menschen mehr suchten als das, was  ihnen bislang 
in Spas und Wellnesstempeln geboten würde. Wellness betreffe nicht nur den Körper. 
„Wir suchen Antwort auf den Sinn unseres Daseins. Nur wenn wir diese Antwort  fin‐
den, fühlen wir uns wohl!“, so Jäger. Er machte deutlich, dass das Finden der wahren 
Antworten  am  ehesten durch  konsequenten  und disziplinierten Rückzug  in die Ruhe 
möglich sei.  Jäger plädierte  für eine Überwindung der  Individualisierung und Abgren‐
zung. „Wir alle sind Maschen in einem großen Netz. Dabei fühlen wir uns zwar als Ma‐
schen, aber wir erleben und empfinden zu wenig das Netz.“  Jäger  lud die Konferenz‐
teilnehmer zu einer spontanen, von ihm geführten Meditation ein, um eine praktische 
Erfahrung des Gesagten zu ermöglichen. 

Wertschöpfung durch Wellness – neue Chancen im Wachstumsmarkt 
Gesundheit 
Welche  Zukunft  hat Wellness? Dr.  Joachim  Kartte,  Senior  Consultant  und  Leiter  des 
Kompetenzzentrums Pharma & Healthcare bei Roland Berger, präsentierte Erkenntnis‐
se  aus den bisherigen  Forschungsarbeiten  zur Entwicklung des  zweiten Gesundheits‐
markts, der auch als Selbstzahlermarkt bezeichnet wird. Die Ausgaben  im ersten und 
zweiten Gesundheitsmarkt ergänzten  sich 2005  laut Kartte  im Verhältnis 80:20. Den‐
noch zeige der Selbstzahlermarkt ein beständiges und vergleichsweise höheres Wachs‐
tum. Bemerkenswert sei auch, dass die Nachfrage größer sei als das Angebot, 2007 be‐
trug die Differenz bereits 16 Mrd. Euro. Der größte Umsatz werde allerdings nicht mit 
Wellnessreisen oder Spa‐Anwendungen gemacht,  sondern mit Sport‐ und Fitnessarti‐
keln, Biolebensmitteln und funktionaler Wohlfühlkleidung. Allerdings bestünde bei fast 
der Hälfte der Bevölkerung eine  zusätzliche Ausgabenbereitschaft  für Wellness. Auch 
Kartte  zeichnete wie bereits Hertel ein ernüchterndes  statistisches Bild vom Gesund‐
heitsverhalten der Deutschen, wobei er das größte Nachfragepotenzial  für Wellness‐
angebote bei gesunden Menschen mit gesundem Verhalten und bei  (chronisch) kran‐
ken Menschen mit gesundem Verhalten sah. Bei Betrachtung der Gesamtbevölkerung 
seien  35%  für Wellness  und Gesundheit  sehr  aufgeschlossen. Großes Wachstumspo‐
tenzial  bescheinigte  Kartte  unter  anderem Gesundheitsreisen,  Aus‐  und  Fortbildung, 
Nahrungsergänzungsmitteln,  Functional  Food und Bio  Food, Naturkosmetik, Personal 
Training, Internetdiensten sowie Qualitätssicherung/‐beratung.  
Dr. Ellis Huber, einer der prominentesten Querdenker und Reformer des Gesundheits‐
systems, Vorkämpfer für eine bessere Medizin („Liebe statt Valium“) und derzeit Vor‐
standsmitglied der BKK Securvita, befasste sich in seinem abschließenden, spannenden 
Vortrag mit dem Wertschöpfungspotenzial der Wellnessbewegung. Huber sprach von 
einer  Gesundheitsgesellschaft,  in  der  die  Förderung  der  Gesundheitsressourcen  zur 
treibenden  Kraft  unserer  gesellschaftlichen  und  ökonomischen  Entwicklung  werden 
würde. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieses Wandels seien allerdings grundsätzlich 
neue Denkmuster gefragt.  Eines davon sei die Abkehr von hierarchischen Räderwer‐
ken  zugunsten  von  bürokratiearmen  Netzwerken.  Gesundheit  sei  davon  abgesehen 
weniger eine Folge medizinischen Wissens sondern viel mehr das Ergebnis psychosozi‐
aler  Fähigkeiten. Neue Wertschöpfung  entstünde  aus  Engagement  in  den  Bereichen 
Bildung,  soziale  Teilhabe  und Gemeinschaft. Das  „soziale Bindegewebe“  bezeichnete 
Huber  als  einen  Schlüsselfaktor  der  Gesundheit  des  Einzelnen  und  der  Gesellschaft. 
Deshalb  lautete  seine  Empfehlung  an  das  Publikum  auch  konsequent:  „Wir  nehmen 
uns Zeit für uns selbst und unsere Nächsten und Liebsten. Wir gehen achtsam mitein‐
ander um, halten zusammen und lösen Probleme gemeinsam.“  
In der abschließenden Diskussion mit den Referenten wurde nochmals deutlich, dass 
die Wellnessbewegung  ein  großes  Potenzial  besitzt,  nachhaltige  Lösungen  für  unbe‐
friedigende Zustände  in unserem  Leben und  in unserer Gesellschaft  zu bieten. Dabei 
müsse  jedoch  eine  Neuausrichtung  der  Wellnessangebote  auf  die  offensichtlichen 
Mängel ‐ reaktiv ‐ viel mehr aber noch auf die Bedürfnisse und Chancen ‐ proaktiv ‐ er‐
folgen.  Stimmen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer 
Die Besucher des ersten Deutschen Wellness Gipfels zeigten sich am Ende der Veran
staltung zufrieden bis begeistert. Einige beispielhafte Kommentare: 
Heinz Baumeister, Direktor des Esplanade Resort & Spa, Bad Saarow: 
„Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe tolle Leute kennen gelernt und die Vor‐
träge und Präsentationen waren Klasse, nicht nur informativ und lehrreich sondern 
auch und ganz besonders motivierend, emotional und somit ermutigend für uns alle.“
Dr. Matthias Menschel, Inhaber des Menschels Vitalresorts, Bad Sobernheim: 
„Die Teilnahme hat mir neue, wertvolle Impulse für die zukünftige Strategie unseres 
Hauses gegeben. Eine Wiederholung halte ich im positiven Sinn für unvermeidbar.“ 
Mathias Schilling, Marketingleiter gym80, Gelsenkirchen: 
„ Sie haben hervorragende Arbeit geleistet in einem wunderbaren Ambiente. Das war 
und hatte Klasse!“ 
Dr. Martin Klein, Inhaber des Therapiezentrums Lorettoberg, Freiburg: 
„Die Vorträge waren alle in der Benotung zwischen 2+ bis 1. Super. Wenn ich da so 
manches fachärztliche Gequatsche auf großen Kongressen dagegen halte: Sie haben 
etwas Tolles erreicht und ich habe viel aus Düsseldorf mit in den Süden genommen.“ 
Karoline Müller, München: 
„Wie Sie wissen, bin ich in der Planungsphase meines Day Spas und habe dafür viele 
interessante Informationen und zahlreiche Kontakte bekommen.“ 
Annette Mansfield, Insider Cosmetics, Düsseldorf: 
„Gekommen bin ich mit der Erwartung gute Kontakte zu knüpfen um daraus beruflich 
Fortschritte zu machen. Aber am Ende der Tagung  trat dieses Bedürfnis zurück. Ich 
hatte viel mehr das Gefühl, dass wir uns alle gemeinsam für eine große Sache, die Ge‐
sundheit unserer Mitmenschen, einsetzen und dass dies viel wichtiger ist als nur das 
Networking.“ 
Ute Rührig, Inhaberin Quality Spa Associates, Flensburg: 
„Guter Veranstaltungsort im InterContinental Düsseldorf mit einem sehr angenehmen
Aufenthalt auch neben dem Programm. Inhaltlich war das Programm hervorragend, 
mit aufeinander abgestimmten Themeninhalten und gut zueinander passenden Refe‐
renten auf hohem Niveau arrangiert. Die Veranstaltung war so effektiv wie eine ganze
Messe. Hervorragende Aussteller mit innovativen Produkten.“ 
Vera Haueisen, Hotel‐ und Tourismusberaterin, Heilbronn: 
„Gratulation zu dieser außergewöhnlichen, hervorragenden, hochkompetenten und 
zukunftsweisenden Veranstaltung!“ 
Hubertus Trageser, Geschäftsführer Hotel Freund, Oberorke: 
„Es war eine super gelungene Veranstaltung. Besonders gefallen hat uns die Kompe‐
tenz der Referenten, die uns auf neue, gleich umgesetzte Ideen brachte.“ 
Dr. Stefan Kannewischer, Geschäftsführer der Kannewischer AG, Zug: 
„Es war vor allem deshalb eine wichtige Veranstaltung, weil es um Wellness und nicht
um die Gestaltung von Wellness‐Infrastruktur ging. Woher kommt Wellness? Wohin 
geht Wellness? Damit beschäftigt man sich viel zu wenig.“ 
Detlef H. Hubbert, Geschäftsführer der Firma Wellness Partner, Hünenberg: 
„Man konnte als Teilnehmer profitieren, es war ein Highlight in jeglicher Hinsicht: 
Fachlich hochklassige Referenten, gute Informationen, gute Stimmung, Vielfalt der 
Themen, gutes Essen. Die weite Reise hat sich gelohnt.“ Rolf Romani, CRI Cronauer & Romani Innenarchitekten, Bensheim: 
„Wir waren überrascht, welch positive Stimmung insgesamt vorherrschte und welch 
gute Qualität die Vorträge der verschiedenen Referenten hatte. Man kann sagen, dass 
der Funke auf uns übergesprungen ist.“ 
Kornelius Kirsch, Kirsch Unternehmensberatung, Brieselang: 
„Es war für mich gut und wichtig, dabei gewesen zu sein! Das intensive Netzwerken hat 
Ideen geweckt, neue Bekanntschaften kreiert und in erheblichem Maß Wissen transfe‐
riert. Die Vorträge waren zum großen Teil zukunftsorientiert, äußerst inhaltsreich und 
vielschichtig, so dass man auch davon profitieren konnte. Ich würde jederzeit zum 2. 
Wellnessgipfel kommen.“ 
Michael Bauer, Klafs, Schwäbisch Hall: 
„Sehr angenehm, gut durchdacht und ebenso gut organisiert.“ 
Sylvia Glückert, WellConsult, München: 
„Es war eine tolle Veranstaltung auf höchstem Niveau. Neben dem breit gefächerten 
Inhalt der Vorträge hat das gute Verhältnis zwischen Vorträgen, Pausen und Ausstel‐
lung viele Möglichkeiten für Networking und Kundengespräche sowie für den Aus‐
tausch unter Kollegen gegeben.“ 
Dirk Miebach, Elspermann Sanitärgroßhandel, Wuppertal: 
„Wirklich sehr interessante Vergleiche in der Betrachtung des Marktes, sowie der mit‐
telfristigen Entwicklung der Zielgruppen für den Wellnessbereich. Zusätzlich war der 
Wellnessgipfel die Plattform für sehr interessante Gespräche mit „Querdenkern“. 
Christiane Wahl, Deutsche Zentrale für Tourismus, Frankfurt: 
„Die Veranstaltung fand ich rundum gelungen. Sehr informativ, da wir bei der DZT das 
Thema "Wellness‐ und Gesundheitsreisen in Deutschland" zum Jahresthema gemacht 
haben.“ 
Ana Lorena Gomez, Medicom Pharma, Baierbrunn: 
„Gratulation für einen so professionell organisierten und gestalteten Gipfel und mein 
Dank dafür, dass ich, stellvertretend für MEDICOM, teilhaben konnte an so spannen‐
den Gedanken, neuen Einblicken und interessanten Kontakten.“ 
Vera Srock, Inhaberin Spa Emotion, Ludwigshafen: 
„Es war ein große Freude mit dabei sein zu dürfen und auch jede Menge bekannte Ge‐
sichter und Kontakte einmal wieder persönlich zu sehen. Ich empfand die Veranstal‐
tung als sehr gelungen, auch den Austausch mit der Basis innerhalb des Workshops 
zum Thema Spa Management.“ 
Karsten Wagenhals, Thalgo Cosmetic, Karlsruhe: 
„Besonders gefallen hat mir das Qualitätsbewusstsein des Deutschen Wellness Ver‐
bandes, welches den "Gipfel" in jeglicher Beziehung zu einem hochwertigen Erlebnis 
machte.“ 
 
 
Ihre Ansprechpartner: 
Lutz Hertel, Vorstandsvorsitzender; Katarina Banach, stv. Vorstandsvorsitzende 
Deutscher Wellness Verband e.V. 
Neusser Str. 35; 40219 Düsseldorf 
info@wellnessverband.de  
0211 – 954 28 05

09.09.2010, 16:59 » Kategorie: Gesundheit, Medizin
Publiziert von TK | PM-Verteiler.

Schlagwörter für diese Pressemitteilung:
deutscher wellness gipfel wellness

PR-ID (eindeutige Identifikationsnummer): 4054

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